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Forschendes Lernen im Rahmen von Theorie-Praxisstudien - Das Dortmunder Modell

„Hochschulausbildung soll die Haltung forschenden Lernens einüben und fördern, um die zukünftigen Lehrer zu befähigen, ihr Theoriewissen für die Analyse und Gestaltung des Berufsfeldes nutzbar zu machen und auf diese Weise ihre Lehrtätigkeit nicht wissenschaftsfern, sondern in einer forschenden Grundhaltung auszuüben.“ (Wissenschaftsrat: Empfehlungen zur zukünftigen Struktur der Lehrerausbildung. Berlin: 2001, S. 41)

 

Grundannahmen

Das Forschende Lernen bezeichnet ein disziplinenübergreifendes hochschuldidaktisches Prinzip, das darauf zielt, die strukturell differenten Formen des wissenschaftlichen und des berufspraktischen Wissens durch einen wissenschaftsgeprägten Zugang zur pädagogischen Praxis miteinander in Beziehung zu setzen.

Aufbauend auf der Zielvorstellung einer reflexiven pädagogischen Praxis intendiert das Forschende Lernen den sukzessiven Aufbau einer fragend-entwickelnden und kritisch-reflektierenden Haltung im Hinblick auf das System Schule. Dies geschieht, indem die Studierenden im Rahmen von Praxisphasen schulische Strukturen, Handlungsformen und -routinen sowie eigene Einstellungen (‚beliefs‘) mit Hilfe von Forschungsfragen und -methoden systematisch explorieren und auf dieser Basis zunehmend wissenschaftlich fundierte Maßstäbe für ihr eigenes pädagogisches Handeln ausbilden.

 

Forschungsverständnis

Wenn von dem Prinzip des ‚Forschenden Lernens‘ die Rede ist, so liegt dem ein Verständnis von Forschung zugrunde, das nicht primär die Entwicklung und Durchführung elaborierter Großstudien, sondern die Auswahl und Bearbeitung individuell bedeutsamer Fragestellungen im Blick hat. Der subjektive Erkenntnisgewinn und der Weg zu diesem stehen im Fokus des forschenden Lernprozesses.

Ein solches Lernen innerhalb eigener Forschung realisiert sich im Rahmen von Praxisstudien zunächst dadurch, dass Studierende ihre interessengeleiteten Fragen an die Praxis stellen beziehungsweise einen individuellen Untersuchungsschwerpunkt entwickeln.

Diesem Schritt folgt eine systematisierte und an wissenschaftlichen Kriterien orientierte Untersuchung, die das Ziel verfolgt, den analytischen Blick auf die Praxis zu schärfen. Die dieser Vorgehensweise inhärente fragende und reflexive Haltung zur Praxis, die als ein Element pädagogischer Professionalität verstanden werden kann, lässt ein Ineinandergreifen von Theorie beziehungsweise Wissenschaft und Praxis sichtbar werden.

 

Entwicklung einer forschenden Lernhaltung im Bachelor- und Masterstudium

Das Prinzip des Forschenden Lernens hat innerhalb zahlreicher Hochschulen und Fachrichtungen unterschiedliche konzeptionelle Gestaltungen und Realisierungsformen erfahren. An der TU Dortmund ist dieses Paradigma durch folgende fünf Kriterien gekennzeichnet:

 

Im Rahmen der universitär verantworteten Theorie-Praxis-Phasen innerhalb der Lehramtsstudiengänge an der TU Dortmund erfolgt die Anbahnung einer forschenden Lernhaltung in Relation zum jeweiligen Studienzeitpunkt. Während der Praxiselemente im Bachelor-Studium sollen Studierende im Zuge erster theoriegeleiteter Praxiserkundungen für eine wissenschaftsorientierte Frage- und Beobachtungshaltung sensibilisiert werden, indem sie selbstständig Beobachtungsaufgaben, kleinere Befragungen oder Recherche-Dokumentationen durchführen und diese literaturgestützt reflektieren.

Demgegenüber vollzieht sich innerhalb der Praxiselemente des Masterstudiums eine stärker an Formen der wissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung gebundene Erforschung schulischer Handlungsfelder. Unter Rückgriff auf Methoden empirischer Sozialforschung sowie didaktische Modelle entwickeln die Studierenden Unterrichtsvorhaben und Studienprojekte, die in einem abschließenden Theorie-Praxis-Bericht ausgewertet und analysiert werden.

 

Literatur

Literaturhinweise zur vertiefenden Auseinandersetzung mit dem Konzept des Forschenden Lernens finden Sie in der folgenden Literaturliste.